stolz und vourteil

Jane Austen STOLZ & VORURTEIL

Hörspiel in drei Teilen nach dem gleichnamigen Roman

Aus dem Englischen: Manfred Allié & Gabriele Kempf-Allié
Komposition: Murat Parlak
Mit: Maeve Metelka, Alexander Fehling, Dagmar Manzel, Josef Ostendorf, Marie-Luise Stockinger, Jule Böwe, Marek Harloff, Aenne Schwarz, Sebastian Blomberg, Astrid Meyerfeld, Hanna Plaß, Katharina Schüttler, Laura Balzer, Jannik Schümann, Pascal Lalo, Claudia Graue, Sebastian Urzendowsky, Eva Weißenborn, Linn Reusse, Fleurie Malburg, Kai Grehn
Gesang: Claudia Graue, Maeve Metelka & Hanna Plaß
Technische Realisation: Jean Szymczak
Musikaufnahmen: Philipp Knop, Lisa Harnest & Lutz Keller
Musik: Murat Parlak (Klavier), Cristian Braica (Kontrabass), Michael Höfele (Oboe), Peter Zelienka (Violine), Ulrich Horn (Violoncello)
Regieassistenz: Melina von Gagern
Länge: 3 x 83 min (Short-Cut: 6 x 43 min)
Dramaturgie: Cordula Huth
Hörspielbearbeitung & Regie: Kai Grehn
Eine Produktion des Hessischen Rundfunk mit Deutschlandfunk Kultur und Der Hörverlag 2022
Hörbuch, 4 CDs bei Der Hörverlag 2022 | 20,00 Euro | ISBN 978-3-8445-4522-7
 

Mr DARCY: Sie müssen mir gestatten zu sagen, wie flammend ich Sie liebe und verehre.

England im frühen 19 Jahrhundert: Das Ehepaar Bennet, das wohl unterschiedlicher kaum sein könnte, lebt auf dem ländlichen Familiensitz Longbourn mit seinen fünf Töchtern. Diese sind allesamt ins liebes- und heiratsfähige Alter gekommen, und so ist das alles beherrschende Thema, wer wann mit wem und wie zusammenkommt und was in finanzieller und sozialer Hinsicht zu berücksichtigen ist, um ein glückliches Leben zu führen. Nicht nur sollen sie möglichst »gut«, sondern überhaupt verheiratet werden, damit sie nicht nach dem Tode ihres Vaters buchstäblich auf der Straße stehen, denn den Familiensitz würden nicht die Ehefrau und die Töchter erben sondern ein entfernter männlicher Verwandter. Und so fiebern wir mit Familie Bennet mit, wie diese überaus wichtigen Lebensentscheidungen wohl ausgehen werden. Immerhin, der ein oder andere Heiratskandidat lässt sich in der Umgebung Longbourns blicken.
Die älteste Bennettochter, die 22-jährige Jane, ist ausnehmend hübsch, sanft und besonnen. Die zweitälteste, Elisabeth, hingegen leuchtet mit ihrer Intelligenz und ihrem frischem Humor aus der Geschwisterriege heraus. Der dritten Tochter Mary, ernst und strebsam, kommt im Hörspiel die Rolle einer Erzählerin zu, und die beiden jüngsten, Lydia und Kitty, kompromittieren mit ihrer Unbedarftheit und unüberlegten Handlungen die ganze Familie.
Doch kann das menschliche Bewusstsein überhaupt sich und andere erkennen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen? Davon handelt dieser Liebes- und Entwicklungsroman. Jane Austens wartet hierfür mit ihrer ganze Dialogkunst auf: Alle Figuren werden meisterlich durch ihre Äußerungen und Gedanken, die sie über sich und andere äußern, gezeichnet, und nicht selten zeigt sich diese Konversationskunst als ein subtiles und humorvolles Kräftemessen. Am Ende wird ein Mann von Stand seinen Stolz ablegen und eine junge Frau zu einer überraschenden Selbsterkenntnis heranreifen und ihre Vorurteile überwinden.
Um die Lieder der Liebe zu singen, eine Liebende, ein Liebender zu sein, gilt es, aus den Grenzen der Etikette, dem Korsett der Konventionen auszubrechen. Diese Wahrheit galt zu Zeiten Jane Austens, sie gilt heute und sie wird Bestand behalten, solange es Lieder der Liebe gibt und Menschen, die sie singen.“ (Kai Grehn)
 

No Zombies?

„Mr. Bennet ist die Ruhe selbst – was seine Frau nicht selten fassungslos macht. Josef Ostendorf und Dagmar Manzel sind ein köstliches Paar in Kai Grehns dreiteiliger Hörspielinszenierung.“
(Stefan Fischer, Süddeutsche Zeitung, 16.04.2022)

„Ein Stoff, wie gemacht für Alexander Fehling (Darcy) und Maeve Metelka (Elizabeth), die sich in treffsicheren Wortduellen fetzen – und widerwillig ineinander verlieben.“
(DB Mobil, 11/22)

„Nicht nur Maeve Metelka und Alexander Fehling in den beiden Hauptrollen überzeugen, sondern das gesamte Sprecherensemble. Man wähnt sich sofort in einer Gesellschaft, in der nicht die Liebe allein zur Heirat bewegte, sondern auch das Vermögen und der Stand.“
(Tobias Wenzel, DLF, 14. 11.2022)

„Bearbeiter und Regisseur Kai Grehn traut sich hier einen interessanten Kniff zu: er weist die Erzählfunktion der mittleren Tochter Mary zu. Grehn schenkt der Tochter, die so gern mehr Aufmerksamkeit erhalten hätte, ihre erträumte Bühne durch diese tragende Rolle.“
(Kirsten Böttcher, BR Diwan, 18.09.2022)

„Jane Austens ironiedekorierter Roman von 1813 weidet sich an der Lächerlichkeit einer ganzen Gesellschaftsschicht, wenngleich die Notwendigkeit für junge Frauen, wohlstandsorientiert zu heiraten, bisweilen eine semi-existenzielle Note hatte. Bei allem zombiemäßigen Dünkelbabbel und Spießigkeitversumpfen, mit dem Austens Stolzaholics ihr Karma downgraden und den Mangel an klassischen Untoten locker aufwiegen, liegt eine ungeahnte Schönheit in diesem Aural-Cineasmus zelebrierenden Hörspiel, auch dank der beiden meisterlich agierenden Hauptrollen und einem angenehm sarkastischen und entspannten Five-Chicks-Daddy Mr Bennet als Gegenpol zur Power-Hauben-Dunking-Missionarin Mrs Bennet.“
(Jonny Rieder, Inn München 12/22)

www.murat-parlak.de