Nick Cave_THE SICK BAG SONG_Cover

Nick Cave THE SICK BAG SONG – DAS SPUCKTÜTENLIED

Hörspiel nach dem gleichnamigen Epos

Aus dem Englischen von Eike Schönfeld
Mit: Alexander Fehling, Tilda Swinton, Paula Beer
Komposition: Tarwater
Gesang: Tilda Swinton
Trompete: Lars Rudolph
Wortaufnahmen: Jean Szymczak, Alistair George
Mischung: Jean Szymczak
Assistenz: Ronald Klein
Länge: 80 min (oder als zweiteilige Fassung 2 x 47 min)
Redaktion: Lina Kokaly
Dramaturgie: Holger Rink
Hörspielbearbeitung & Regie: Kai Grehn
Eine Produktion von Radio Bremen mit dem Bayerischen Rundfunk und dem Südwestrundfunk 2023
Hörbuch-CD mit Poster bei Zweitausendeins / Major Label | 22,00 Euro | ISBN 978-3-963181-76-4

  • Deutscher Hörbuchpreis 2024 (Bestes Hörspiel)
    • Shortlist BBC Audio Drama Awards 2024 (Best European Drama)
      • Platz 1 hr2-Hörbuchbestenliste (01/2024)
        • Nominierung Deutscher Hörspielpreis der ARD 2023
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          NICK CAVE: Die Spucktüte ist ein langes Liebeslied in Zeitlupe.

          Nick Cave ist mit den Bad Seeds auf Tour – quer durch Nordamerika. Auf Spucktüten notiert er Gedanken, Erlebnisse und Erinnerungen, Liedtexte, Träume und Alpträume, Gedichte und Fiktionen voll sprachlicher Wucht, archaisch und poetisch, während er mit seiner Band von einem Gig zum nächsten fliegt. So entsteht ein Tourtagebuch, Epos, langer Songtext über das Dasein als Künstler, über Begegnungen mit Johnny Cash und Bryan Ferry, über Kreative Schübe, Ängste, Verluste, Tod und Liebe und Erinnerungen an seine Kindheit in Australien.
          Von Kai Grehn als “langes Liebeslied in Zeitlupe” inszeniert, bekommen die mitreißenden Texte des Musikers durch die Stimmen von Alexander Fehling, Tilda Swinton und Paula Beer und die Musik der Band Tarwater eine immense Wucht und nehmen die Hörenden mit auf Tour – in die Gedankenwelt des Ausnahmekünstlers Nick Cave.

          Aus der Bahn geworfen

          “Das ist Nick Caves Kunst: Existenzielle Zweifel zu übersetzen in eine unerschütterliche Geborgenheit. Mit der umhüllt Kai Grehn das Publikum seines Hörspiels zärtlich.“
          (Stefan Fischer, Süddeutsche Zeitung, 25.08.2023)

          “Was für ein Bild: ein Junge begibt sich in Gefahr mit dem Ziel, die Gefahr zu kontrollieren. Ein archaisches Bild, ein kraftvoller Einstieg, ein Hineingeworfenwerden in einen Text, der gar kein Text ist, sondern ein Lied – und was für eines!“
          (Julie Metzdorf, Bayerischer Rundfunk, 19.11.2023)

          “Ein akustisches Hopper-Gemälde.“
          (Jonny Rieder, IN MÜNCHEN, 01/24)

          “Kai Grehn hat diese Text-Ton-Collage so leichtfüßig inszeniert, dass die Melancholie der von Nick Cave auf Spucktüten hingekritzelten Hirngespinste durch die akustische Umsetzung immer auch etwas leicht Euphorisierendes hat. – Ein gelungenes, poetisches Pop-Hörspiel.“
          (Andi Hörmann, Deutschlandfunk, 27.11.2023)

          “Um es gleich zu sagen: Die Stimme von Nick Cave ist hier nicht zu hören und auch nicht der kleinste Schnipsel seiner Musik. Das Hörspiel konnte künstlerische Eigenständigkeit nur erreichen, indem es dieser Versuchung entging. Nur so kann der Sänger zu einer Kunstfigur werden, bei der man nicht ständig an den realen Pop-Poeten denkt.“
          (Wolfgang Schneider, FAZ, 18.03.2024)

          “Das »lange Liebeslied in Zeitlupe« ist von einer leisen Energie, die ihresgleichen sucht.“
          (Florian Welle, Süddeutsche Zeitung, 16.03.2024)

          “Das Klicken eines Feuerzeugs und der erste Zug an der Zigarette holen uns ganz nah an den Erzähler heran. Das Plätschern eines Flusses, der Wind im Schilf und immer wieder das Geräusch von Flugzeugmotoren erzeugen die Weite, durch die wir uns mit ihm bewegen. Das Schlagzeug treibt uns mit der Geschichte vorwärts, die kaum merklich flimmernden elektronischen Klangebenen des Duos Tarwater halten die Zeit an. Es bleibt der Eindruck von Bewegung, hypnotisch wie die Lavaströme aus Rücklichtern auf einem nächtlichen Highway.“
          (Elisabeth Dietz, BücherMagazin 04/24)

          “Verwegen wirkt an Kai Grehns akustischer Gestaltung der Aufzeichnungen von Nick Cave nicht bloß die szenische Realisierung, sondern zudem die rhythmische Untermalung. Sie stammt von der Band Tarwater und verdient Applaus.“
          (Ulf Heise, MDR Kultur, 20.01.2024)

          “Glücklich, wer bei der Planung seiner Projekte nicht nur gute Konzepte, sondern auch ein Adressbuch mit solchen Könnern in allen Sparten hat.“
          (Guido Diesing, Jazzthetik, 05/06 2024)

          “Ein Gesamtkunstwerk.“
          (Dorothee Meyer-Kahrweg, hr2, 20.01.2024)

          “Zurücklehnen und einfach zuhören: Kai Grehn hat Nick Caves Tour-Tagebuch, das wie nebenbei während einer USA-Konzerttournee auf Flugzeug-Spucktüten geschrieben wurde, in ein berauschendes Hörstück gewandelt. Die autobiografischen Texte, verwobenen mit kleinen Aphorismen und Gedanken über musikalische Vorbilder, werden zu raffinierten Kompositionen, musikalisch unterstrichen von Tarwater. Die Darbietung von Alexander Fehling, Paula Beer und der singenden Tilda Swinton ist schlicht exzellent. Ein Hörerlebnis, das lange im Kopf nachhallt.“
          (Jurybegründung Platz 1 der hr2-Hörbuchbestenliste 1/2024)

          “Für dieses Spucktütenlied empfiehlt es sich, sich mit einem Kopfhörer an einen ruhigen Ort zurückzuziehen und die Reise anzutreten. Aber Achtung: Schwindel könnte auftreten. Ein Spucktüte wird man aber nicht brauchen, höchstens für die Notizen danach.“
          (Leonie Berger, SWR2, 20.01.2024)

          “Kai Grehns Hörspielbearbeitung von Caves Spucktütenpoesie geht einem so schnell nicht mehr aus dem Ohr – und aus dem Sinn.“
          (Leipziger Volkszeitung, 25.02.2024)

          “THE SICK BAG SONG ist eine magische musikalische Reise, eine Tour durch die inneren und äußeren Welten des australischen Musikers Nick Cave, kongenial umgesetzt von Kai Grehn. Sein Hörspiel vermittelt eine sehr spezielle sphärische Stimmung, hervorgerufen durch die eigens von der Band Tarwater komponierte Musik, die im Ohr bleibenden Stimmen von Paula Beer und Alexander Fehling sowie durch die großartige schottische Schauspielerin Tilda Swinton, die mit ihrer Stimme und ihrem Gesang eine besonders wichtige Rolle übernimmt.“
          (Nominierungsjury Deutscher Hörbuchpreis 2024 – „Bestes Hörspiel”)

          “Die somnambule Atmosphäre von Caves Text überträgt das Hörspiel in einen ruhigen Fluss, den Tilda Swinton mit einer halb verschatteten Version des Folkklassikers „Butcher Boy“ mit enormer Präsenz in Gang setzt. Mit unaufgeregter Geschmeidigkeit steigen die Stimmen des Schauspielers Alexander Fehling und der Schauspielerin Paula Beer als Erzähler sowie als Akteure immer wieder aus dem Fluss. Und während sie die Aufgabe übernehmen, im Flüsterton der Nähe die irdischen wie überirdischen Versuchungen der Einsamkeit zu beschwören, fächert die Band Tarwater und Lars Rudolph mit dem überblasenen Luftstrom seiner Trompete Hitzeschlieren in das klangliche Gesamtbild, bettet Caves Flechtwerk aus wiederkehrenden und sich verzweigenden Traum- und Alptraumsequenzen und Gedankenpartikeln auf ein Flussbett aus verhangenen Rhythmen, elektronisch geladenen Klangschlieren und gelegentlich aufblitzenden Akkordbrechungen, die aus dem weiten Feld der Folkmusik herüberwuchern.“
          (Stefan Hentz, epd medien, 15.09.2023)

          “Das Papier von Spucktüten gilt im Allgemeinen nicht als adäquates Speichermedium für epische Hochliteratur. Für den Sänger und Schriftsteller Nick Cave sind die „Sick Bags“ aus den Transferflügen auf seiner Tour durch Nordamerika das Material der Wahl. Es ist widerstandsfähig und eignet sich für kurze Formen wie Listen, aber auch für konzentrierte Reflexionen oder schmerzhafte Erinnerungen. Kai Grehns Hörspielfassung kann auf die Stimme und die Musik des Autors verzichten, weil Alexander Fehling als Erzähler, Paula Beer als Muse und Tilda Swinton als Sängerin den komplex aufeinander bezogenen Texten eine überraschend homogene Form geben. Was auch an der Komposition des Elektronikduos Tarwater liegt, die mit ihren musikalischen Mitteln auf die Komplexität des Textes reagiert. Zu Beginn des Stückes springt ein Junge von einer Brücke in einen viel zu flachen Fluss und kommt darin um. Wahrscheinlich überspannt diese Brücke den Fluss Mnemosyne, den Fluss der Göttin der Erinnerung, und nicht Lethe, den Fluss des Vergessens. Beide fließen durch das Totenreich – eine Welt, „where the wild roses grow“, in der Nick Cave sich auskennt und in die ihm Kai Grehn mit seinem Hörspiel gefolgt ist.“
          (Preisjury Deutscher Hörbuchpreis 2024 – „Bestes Hörspiel”)

          www.tarwater.de