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William S. Burroughs THE CAT INSIDE

Hörspiel nach dem gleichnamigen Buch

Aus dem Amerikanischen von Esther & Udo Breger
Komposition: Tarwater
Mit: David Bennent, Dagmar Manzel, Christopher Nell, Hanna Plaß
Ton & Technik: Jean Szymczak, Daniel Senger & Sonja Röder
Länge: 64:44 min (Short-Cut: 53:55 min)
Dramaturgie: Andrea Oetzmann
Hörspielbearbeitung & Regie: Kai Grehn
Eine Produktion des Südwestrundfunk 2020
Hörbuch-CD mit einer signierten Graphik von Andreas Töpfer erschein im Oktober 2021 bei Major Label
 

W.S. BURROUGHS: We are the cats inside. We are the cats who cannot walk alone, and for us there is only one place.

Das Buch »The Cat Inside« nimmt im Kontext von William S. Burroughs‘ Werk einen besonderen Platz ein, denn der Autor offenbart in ihm eine poetisch-verspielte Seite, die sich in dieser Form in seinen Texten selten findet. Vielleicht liegt es daran, dass der Katzenliebhaber Burroughs nicht nur ein Buch über Katzen im Sinn hatte, sondern eine Art Autobiographie: »Dieses Katzenbuch ist eine Allegorie, in der Katzen als Darsteller das Leben des Autors aufführen. Nicht, dass die Katzen Puppen wären. Ganz und gar nicht. Sie sind lebende, atmende Kreaturen; und jedes Mal, wenn man zu einem anderen Kontakt herstellt, wird es traurig: Weil man seine Grenzen erkennt, die Angst vor schmerzlichem Verlust und letztlich die Vergänglichkeit. Das ist es, was Kontakt bedeutet.«
»In unserem Hörspiel«, scheibt Kai Grehn, »haben wir versucht, Wörter und Sounds, Sprache und Musik, Gesang und Klang miteinander zu verschmelzen und jenen Ort zu erkunden, den Burroughs bezeichnet als ›The Cat Inside‹.«

Katzenfreund

„Wie viel Katze steckt in einem großen Schriftsteller? Kai Grehn macht William S. Burroughs‘ „The Cat Inside“ auch dank David Bennent zu einem akustischen Erlebnis.
Burroughs hält in der Schwebe, ob er über die Katzen schreibt, mit denen er lebt. Oder ob er sich ausmalt, wie es wäre, selbst eine von ihnen zu sein. Er schreibt übers Streunen, übers Kratzen wie übers Umschmeicheln, über den Eigensinn. Und macht in der zweiten Hälfte eine maximale Differenz auf: zwischen Katzen und Hunden. Indem er die Tiere domestiziert habe, habe der Mensch sie zu seinem eigenen scheußlichen Ebenbild geformt: „unterwürfig, abgefeimt, selbstgerecht wie ein Lynchmob“.
So schnurrend
The Cat Inside in seinem Duktus ist – da ist dann doch wieder unverkennbar der unverblümte, auch unversöhnliche Burroughs am Werk. Und Kai Grehn findet starke akustische Lösungen für diese Diskrepanz.“
(Stefan Fischer, SZ, 13.11.2020)

„Kai Grehn hat als Regisseur erstklassige Arbeit geleistet. Dabei ist der Beitrag des Schauspielers David Bennent nicht zu unterschätzen. Aber auch Dagmar Manzel, Christopher Nell und Hanna Plaß werden in ihren kleineren Partien taghell geführt. Man möchte sich diesen Klängen – denen der Komposition und denen der Schauspieler – überlassen und nicht in die Welt des Untergangs eintauchen. Aber wer genau hinhört, wird bald erkennen, dass das Eintauchen in einen scheinbar „leichten“ Text und seiner intellektuell verführerischen radiophonen Gestaltung eine lohnende Herausforderung für den Hörer ist.“
(Angela di Ciriaco-Sussdorff, Medienkorrespondenz, 04.11.2020)

„Der US-Autor William S. Burroughs hatte neben einer Vorliebe für illegale Substanzen auch viel für Katzen übrig. Aus Sicht der Stubentiger, die sein Leben begleiteten, erzählt der Guru der Beat-Generation voll abgründigem Humor seine eigene Biografie. Katzen führen darin als Darstellerinnen sein bewegtes Leben auf. Statt gewohnt wild abzudriften, kommt in der 1986 erschienenen Kurzgeschichte eine fast zärtliche Facette des Rumtreibers ans Licht.“
(Kulturtipp Zürich 24/2020)

www.tarwater.de