Radio - Hörspiele


Cover TWAIN DER GEHEIMNISVOLLE FREMDE
Hörspiel nach der gleichnamigen Erzählung von MARK TWAIN
Aus dem Amerikanischen von Ana Maria Brock
Hörspielbearbeitung & Regie: Kai Grehn
Komposition: TARWATER
Mit: Jannik Schümann, Alexander Fehling, Robert Gwisdek, Sebastian Urzendowsky, Andreas Schmidt, Christian Grashof, Felix von Manteuffel, Bärbel Bolle, Christoph Letkowski, Jule Böwe, Luise Berndt, Uli Plessmann, Christopher Nell, Marcus Melzwig und Claudia Graue

Knaben-Sopran: Tim Fluch | Chorgesang: Muttis Kinder (Beides unter Verwendung der Partitur „Miserere“ von Michael Nyman) | Vocalcoaching für Tim Fluch: Vinzenz Weissenburger
Technische Realisation: Alexander Brennecke, Jean Szymzcak und Jan Fraune
Regieassistenz: Kristina Huch | Länge: 88 min | Dramaturgie: Ulrike Brinkmann
Eine Produktion von
DeutschlandRadio 2013
Für die Unterstützung dankt Kai Grehn ganz herzlich
Michael Nyman, Atak und Annette Gentz.

Hörbuch 2 CD bei Hörbuch Hamburg 2014 | 15,99 Euro | ISBN 978-3-89903-883-5

HR2 Hörbuchbestenliste (Februar 2014)


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SATAN: Bei all seiner Armut besitzt euer Geschlecht fraglos eine wirklich wirksame Waffe – das Lachen. Macht, Geld, Überredung, Bitten, Verfolgung – sie können irgendeinem kolossalen Humbug etwas Boden entziehen – ihn ein wenig beiseite drängen – ihn Jahrhundert um Jahrhundert ein wenig abschwächen; aber nur das Gelächter vermag ihn in einem gewaltigen Ausbruch in Fetzen und Atome zu zerreißen. Dem Angriff des Lachens kann nichts standhalten.

Österreich im Mittelalter: In Eseldorf taucht ein junger Fremder auf, der über geheimnisvolle Kräfte verfügt. Er schließt mit den Jugendlichen des Dorfes Freundschaft und gibt sich ihnen als ein Neffe Satans zu erkennen. Während er den Jungen voller Tiefe und Weisheit über den Sinn des Lebens berichtet und sie zu den Rändern der Welt führt, häufen sich in Eseldorf seltsame Ereignisse...


TWAIN YOUR BRAIN!  
"Dem Hörspielregisseur Kai Grehn ist mit seiner Umsetzung von Twains düsterer Parabel über die Schlechtigkeit des Menschen ein Kunstwerk gelungen. Dem Hörer fällt es sehr leicht, sich dem Bann der Geschichte zu ergeben. Das mag auch an der Detailverliebtheit des Regisseurs liegen. Die Endzeitstimmung, die dieser Geschichte zugrunde liegt, spiegelt sich in allem: den Sprechern, der Musik von Tarwater und ganz wichtig auch, der ungewöhnlich schönen Gestaltung des CD Covers des Berliner Künstlers ATAK. Surreal wirken seine Bilder, die Farben scheinen zu kreischen. "Der geheimnisvolle Fremde" ist ein verstörendes Hörspiel voller Abgründe, das berührt." (Ariane Wälzer, NDR Kultur, 15.04.2014)

"Mark Twains letzte Erzählung als Hörspiel: Jugendliche werden ihm als rätselhafte Abenteuergeschichte lauschen, Erwachsenen dagegen wird bei Twains Gedankenspielen über Moral und Lebenssinn der Atem stocken." (Daniel Blum, WDR5, 01.02.2014)

"Grehn, das hat er schon bei früheren Hörspielproduktionen bewiesen, ist ein musikalischer Regisseur, der Sprache, Musik und Geräusch mit viel Feingefühl aufeinander abzustimmen weiß. Für Der geheimnisvolle Fremde entwickelte Grehn ein dichtes Klangszenario, das den finsteren mittelalterlichen Kosmos vom ersten Moment an akustisch erfahrbar macht. Zugute kommt ihm dabei die atmosphärisch-einnehmende Musik des Electronic-Duos Tarwater und das gut ausgewählte Sprecherensemble. In den Hauptrollen: Alexander Fehling als durch nichts aus der Ruhe zu bringender Satan und Jannik Schümann als leicht zu faszinierender, unbedarfter Junge Theodor." (Annegret Arnold, Bayern2 - Hörbuch der Woche, 24.01.2014)

"'Der geheimnisvolle Fremde' balanciert in der Hörspielfassung auf dem feinen Grat zwischen Realität und Hirngespinst. Wenn man im Abspann den wahnsinnig gewordenen Pater lachen hört, weiß man selbst nicht recht, ob alles nur ein Traum war und der Satan nur das Geschöpf unserer Fantasie." (WDR3, 30.01.2014)

"Twains Spätwerk, eine Parabel über Hybris, wird hier zum Hörerlebnis - dank eines Starensembles mit etwa Alexander Fehling und Felix von Manteuffel. Beeindruckend!"
(HÖRZU, 14.02.2014)

"Tarwater - das sind Bernd Jestram und Ronald Lippok - arbeitet unter anderem nach Motiven des Komponisten Michael Nyman. Und hört man hier den Knabensopran, den Nyman etwa in alten Peter-Greenaway-Filmen einsetzte, beschleicht einen das gleiche sonderbare Gefühl aus falscher Nähe und Distanz, dem auch Mark Twain nachspürt. Die Berliner Band und Kai Grehn, der unter anderem "Die Geschichte von Franz Biberkopf" nach Alfred Döblins Roman "Berlin Alexanderplatz" umsetzte oder "Der Berg, über den kein Vogel fliegt", ein packendes Bergdrama über einen verrückt werdenden Mann, arbeiten hier bereits das sechste Mal zusammen. Inzwischen ist eine eigene Handschrift erkennbar, eine sorgfältig eingesetzte Schwäche fürs Unwirkliche, Wahnhafte. Und so wird auch Mark Twains späte Erzählung zu einem akustischen Stück mit visionärer Strahlkraft, das dennoch geerdet bleibt. " (Anja Hirsch, FAZ, 01.02.2014)

"Der romanesk eingepackte Essay arbeitet sich ab am moralischen Hochmut, auch am eigenen, und er lehrt: es ist gerade das sittliche Empfinden, das uns die schlimmsten Grausamkeiten begehen lässt. Ein streitbarer, ein anregender Text, trefflich inszeniert von Regisseur Kai Grehn. Das Hörbuch mit prominenter Besetzung ist auch in der Covergestaltung gelungen. Der an der Burg Giebichenstein lehrende Grafiker Atak zeichnet für die Hülle bestechende Illustrationen und so entsteht ein Gesamtkunstwerk. Es sei allen Empfohlen, die den großen Humoristen und Realisten Mark Twain in seinen tieferen Gründen kennenlernen wollen." (MDR Figaro, 10.02.2014)

"Über zehn Jahre werkelte Mark Twain an dieser märchenhaften Erzählung, entwarf mehrere Versionen, von denen er keine zu Ende schrieb. Nach Twains letztem Pfeifen-Zug destillierte sein Verlag einen Blend dieser Versionen und Fragmente. Dem ist vermutlich auch der merkwürdige Schluss geschuldet, der nicht wirklich zum Rest der Geschichte passt: Mark Twains Abgesang auf das Projekt Menschheit, gefüttert durch persönliche Tiefschläge, die das Leben ihm auf seine alten Tage noch verpasste. (...) Kai Grehn lenkt Twains früh-existenzialistische Kutschfahrt in ein angenehm dezentes Hörspiel. Keine Kostümraschel-Orgie, keine Orchester-Brandung, in der Twains Message absaufen könnte. Meisterhafte Sprechkunst, das macht dieses Hirnpicknick fett, mitsamt dem diabolischen Abspann. Twain your brain!" (Jonny Rieder, IN, 2/2014)


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