Radio - Hörspiele


Cover SimelibergSIMELIBERG 
von Michael Fehr 









Funkeinrichtung & Regie: Kai Grehn
Komposition: Schneider TM
Mit: Martin Feifel, Heinz-Josef Braun, Johanna Bittenbinder, Kathrin von Steinburg, Judith Toth, Markus Krojer, Stefan Murr, Gerhard Wittmann & Michael Fehr 
Gesang: MUTTIS KINDER

Technische Realisation: Jean Szymczak, Marcus Huber & Adel Kurdziel
Regieassistenz: Stefanie Ramb Länge: 83:30 min | Dramaturgie: Katarina Agathos  
Eine Produktion des
Bayerischen Rundfunk mit Radio Bremen 2017

Hörspiel als MP3-Download im BR-Hörspiel Pool
Hörspiel des Monats Januar 2018


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SCHWARZ: Die Amerikaner oder Russen
Franzosen
Chinesen
Inder
noch in diesem Jahrhundert fliegen wir auf den Mars
glaubs

Oben die Stadt, die Zivilisation, unten der Sumpf, das Tal, die Unterwelt, in der Ungeheuerliches geschieht - dieses Setting ist die Welt von Simeliberg. Michael Fehrs Roman legt so viele Spuren aus wie nötig, um dem unheimlichen Geschehen in der kleinen Schweizer Stadt zu folgen. Kai Grehns Hörspielinszenierung lässt die in rauen Wortskizzen wieder in ihren Ursprungszustand zurückkehren: in die gesprochene Sprache. Denn der Autor erstellt seine Werke aufgrund einer Augenkrankheit nicht schreibend, sondern indem er ein Computerprogramm seine Stimme aufzeichnen lässt. Konsequenterweise übernimmt Fehr auch in der Hörspielfassung die Rolle des Erzählers. Das Guggisberglied, eine Schweizer Volksweise, in der der titelgebende Simeliberg refrainartig auftaucht, gibt den Ton der Erzählung und auch des Hörspiels an: Düster, melancholisch.


Neuverdichtung als poetisches Hörstück
"SIMELIBERG von Michael Fehr ist mehr als eine Radiofassung seines Buchs: Es ist die Neuverdichtung des abgründigen Romans als poetisches Hörstück, in dem die in eigentümlichen Rhythmus sich entfaltende, eindringlich knorrige Sprache ebenso viel Spannung erzeugt, wie die düstere Handlung, die vom ersten Moment an in den Bann schlägt. Eine imaginäre Schweiz scheint auf im reduzierten elektronischen Sound, a capella-Zwischengesängen in Moll, und Originalaufnahmen als einer von schmalster Farbskala (weiß, Grautönen, schwarz) geprägte Klanglandschaft, in der die handelnden Personen entgegen der mimetischen Konvention mit klarer bayrischer dialektaler Färbung sprechen. Vor allem aber entsteht sie in der Stimme des Autors, der seinen Text so vorträgt, als spräche er ihn in ein Diktafon – so wie
Fehr seine bildstarke originelle Prosa ja tatsächlich notiert. (...) Eine Explosion, die Tote fordert. Fragmente einer Krimi-Handlung. Ein scheinbar richtungslos vor sich hin arbeitender behördlicher Apparat. Familiäre Verstrickungen. Falsche Verdächtigungen und falsche Toleranz. Beglänzt mitunter von tiefschwarzer Komik. Ein Stück, das nach Fehrs lapidarem Schlusssatz - Simeliberg, Aufnahme Ende – noch lange nachklingt und den Blick auf Vorurteile und Verbohrtheit im eigenen Lande richtet." (aus der Jurybegründung HdM Januar 2018)

Milieu- und Sozialstudie, Heimatgroteske und ein Hauch von Krimi: Simeliberg von Michael Fehr (Regie: Kai Grehn) ist ein exzellentes Hörspiel über die Furcht der Städter vor dem Dorf. (Stefan Fischer, SZ, 19.01.2018)


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