Radio - Hörspiele


Cover MU!MU! oder
PEOPLE MUST BE PUNISHED
Schmierenkomödie von Kai Grehn





Regie: Kai Grehn
Komposition: Lars Rudolph
Mit: Sebastian Blomberg, Andreas Schmidt, Jule Böwe, Alexander Fehling,                     Lars Rudolph, Sebastian Schwarz
Geräusche: Martin Langenbach
Ton & Mischung: Jean Szymczak im Studio P4, Berlin
Länge: 54 min
Dramaturgie: Holger Rink
Produktion: Radio Bremen 2016

Hörbuch-CD bei Major Label 2018 | 10,90 Euro | ISBN 978-3-945715-11-6


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LinksymbolHörbuch-Videotrailer (MP4, 35 MB)

BOB: Von der Leinenwindel bis zum Leichentuch: nur Geschwafel.

Täglich erscheinen Bob und Arthur vor dem großen Tor im Sperrgebiet. Täglich beobachten sie, wie es bei Sonnenaufgang geöffnet und zum Sonnenuntergang geschlossen wird, und täglich nehmen sie sich vor, den Türhüter, einen ZENturio, um Einlass zu bitten. Doch obwohl die Mittagssonne jeden Tag heißer auf die grauer werdenden Schädel zu brennen scheint, können sie sich nicht dazu entschliessen. Stattdessen vertreiben sie sich die Zeit mit philosophischem Slapstick und träumen von der Liebe, sobald die junge Mari vor dem Tor erschient... Als Bob und Arthur es endlich wagen, den ZENturio anzusprechen, erwartet sie das Unvorstellbare als letzte Enttäuschung.
"Mu!" – der Titel bezieht sich auf ein Schlüsselwort aus der Zen-Philosophie, das die Leere bezeichnet – spielt mit den Topoi westlicher wie östlicher Weisheiten genauso wie mit Reminiszenzen an Kafka, Beckett, Cummings und Tarkowski. Vor allem aber ist Kai Grehns „Schmierenkomödie“ eine sehr diesseitige Vorlage für eine fulminante Schauspielerperformance. --
„Der Weg nach draußen führt durch die Tür. Warum nimmt niemand diesen Weg?“ (Konfuzius)


GROSSEN FRAGEN SCHWUNGVOLL NACHGETRETEN
"MU! oder PEOPLE MUST BE PUNISHED ist ein Hörspiel der Extraklasse. So tiefgründig, eindringlich und ermutigend wie das Licht am Ende des Tunnels."
(Andi Hörmann, DeutschlandFunk Kultur, 04.06.2018)

"Wladimir und Estragon aus Becketts "Warten auf Godot" scheinen wieder auferstanden zu sein: Im Hörspiel "MU! oder People must be punished" von Kai Grehn. Schon mit den ersten verweht-hauchigen Moll-Klängen ist man eingenommen von dieser "Schmierenkomödie" (...) In den Gesprächen zwischen Bob und Arthur, mit denen sie sich die Zeit vertreiben, geht es um Glück, um Geburt und Tod, gar ums Jüngste Gericht und die Angst vor Strafe. Es scheint, die beiden brauchen einander wie Luft zum Atmen. Aber: Sie bedingen einander auch und erleben Nähe erst durch Streit. So erzählt, wirkt das schwerelos, urkomisch und todtraurig zugleich."
(WDR3 Mosaik, 05.07.2018)

"Es scheint, dass die Auflösung alles Konkreten, der Seiltanz zwischen Himmel und Hölle, Glück und Unglück, das eigentliche Metier seines (Grehns) akustischen Erzählens sind. Immer weniger Melodie. Immer mehr Atem. Das vielleicht ist Mu." (Anja Hirsch, FAZ, 18.06.2018)

"Eine dichte, klangvolle Sprache, philosophische Seitenhiebe, versteckter Witz - dass das alles hör- und entdeckbar wird, ist den großartigen Schauspielern zu verdanken, die an dieser Produktion beteiligt sind: Jule Böwe als allwissende, lenkende Erzählerin, Sebastian Blomberg als Arthur und Andreas Schmidt, für den die Rolle des Lebemanns Bob eine seiner letzten Hörspiel-Hauptrollen war, bevor er im September 2017 verstarb. Das Hörbuch ist deshalb diesem wunderbaren Schauspieler gewidmet." (Annegret Arnold,  BR2 - Hörbch der Woche, 22.07.2018)

""Bist du glücklich?" "Womit?" "Mit dem Leben." Oder: "Die Welt existiert, um uns zu verändern." Oder: "Du wirst geboren und du wirst gestorben und in der kurzen Frist, die dir dazwischen bleibt, versuchst du, eine Bewegung vorzutäuschen." Fragen und Sätze wie diese werden in aller Seelenruhe in Kai Grehns Schmierenkomödie von Bob, gesprochen von Andreas Schmidt, und Arthur, gesprochen von Sebastian Blomberg, erörtert. Sie machen das so fantastisch, so mitreißend. Mit großer Intensität, Klarheit und Lebendigkeit geben die beiden eine Performance, wie es nur die großen Künstler können." (BÜCHERmagazin - Favoritenliste 06.2018)

"Eine Trompete, fast gar nicht als Blechblasinstrument zu erkennen, so zart, so weich im Ton, eher flötenhaft. Der Schauspieler und Musiker Lars Rudolph spielt diese Trompete und erzeugt damit eine elegische und zugleich flirrende Atmosphäre. Ohne das die Landschaft beschrieben werden muss spürt man allein nur beim hören dieser Trompetenklänge, dass wir eine große, leere, schwer melancholische Ebene vor uns haben, einen weiten, sehr weiten Platz."
(Tomas Fitzel, Kulturradio, 29.08.2018)

"Grehn liebt es den Hörer zu verwirren, Erwartungshaltungen nicht zu bedienen, Fragen zu stellen, sie dann nicht zu beantworten, plötzlich sehr albern zu werden, pathetisch fast, und dann wieder sehr ernst, aber nie für lang. "MU" ist kurz und amüsant, was aber nicht heißt: Leichte Lektüre. Fans von Grehns Hörspielen werden seinen unverwechselbaren Stil wiedererkennen, sein gutes Ohr, seine Liebe für die Musik. Wenn Autor, Dramaturg und Regisseur derselbe Mensch sind, kommt meistens etwas dabei heraus, auf das man sich erstmal einlassen muss. Das ist hier nicht anders und das ist gut." (Florian Bänsch, Bremen Zwei, 10.08.2018)

"Mit nur wenigen Geräuschen entsteht eine konzentrierte Atmosphäre, in der alles möglich zu sein scheint. Wahrscheinlich wäre es am spannendsten, das Hörspiel gemeinsam mit Freunden zu hören und sich hinterher auszutauschen, um festzustellen, dass jeder etwas anderes gehört hat. Ein Gedanken-Chamäleon, so kommt es einem vor." (Leonie Berger, SWR2, 04.08.2018)

"Im Großen geht es um Leben, Tod, Schicksal und Wiedergeburt. Auch die der Geschichte: "Kommt Zeit, kommt Krieg, kommt neues Wirtschaftswunderlied", sagt Cäsar im wohl klarsten Moment dieses sonderbar verschachtelten Stücks. Ohne viel Tamtam verbleibt ein durchweg gesprochenes Plädoyer gegen das Gerede." (Jan-Paul Koopmann, taz, 11.06.2016)


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