Radio - Hörspiele

Boxcover Himmel und Hölle William Blake
DIE HOCHZEIT VON
HIMMEL UND HÖLLE


Übersetzung/ Hörspielfassung/ Regie: Kai Grehn
Komposition/ Musik: Sandow
Sprecher: Jonathan-Toby Burdon, Kai-Uwe Kohlschmidt, Arta Preuß, Lars Rudolph,
Sonja Hermann, Daniell Schneider, Kai Grehn

Ton: Z.A.P. | Mischung im LoFi-Studio
Länge: 52 min | Eine Autorenproduktion im Auftrag von DeutschlandRadio/ Berlin, 1998

Hörbuch
| HÖRSTURZ, 2003 | 11,90 Euro | ISBN: 3-936165-29-7


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Hörprobe (MP3/ 2,7MB)

BLAKE: Wenn die Pforten der Wahrnehmung gereinigt wären, denn Menschen würde alles erscheinen wie es ist, unendlich. Aber der Menschen hält sich selbst eingeschlossen, bis er alle Dinge durch schmale Spalten seiner Höhle sieht.

"William Blake schrieb das Buch im Zeitraum von 1790 bis 1792. Es gehört zu seinen prophetischen Büchern, die er auch »Illuminated Books« nannte. Die Bezeichnung resultiert sowohl aus der von ihm entwickelten Drucktechnik als auch aus seinem visionären Anspruch: »Wenn die Pforten der Wahrnehmung gereinigt wären, den Menschen würde alles erscheinen, wie es ist - unendlich.« Wer sich spätestens anhand dieses Zitats an Aldous Huxley erinnert, liegt richtig. Huxley betitelte in den fünfziger Jahren seine Drogenexperimente mit Blake-Zitaten. Auch Jim Morrison war nicht abgeneigt, schließlich hieß seine Band nach Blake, dessen Satz »langweile Gott nicht mit Gebeten« er obsessiv auf der Bühne umsetzte. Vom Blake-Verehrungsdichter Allen Ginsberg und Blake-Verfilmer Jim Jarmusch ganz zu schweigen. Kai Grehn bewahrte die Dramaturgie des Urtextes. Er stellte allerdings programmatisch ein Gedicht BIakes (To Thomas Butts, 16th August 1803) in der Originalfassung voran, die die Einsamkeit des Künstlers betont. Eine Einsamkeit, in der er die Kraft entfaltete, einfältiger Kirchenmoral, die Gut und Böse, Himmel und Hölle trennte, entgegenzutreten. Die Aneignung Grehns wirkt zeitgemäß, ohne modisch zu sein. Dazu dynamisiert die schwebende Musik von Sandow das Geschehen und hält die psychedelisehe Spannung. Sound-Effekte sind sparsam gesetzt, so daß sie sanfte Übergänge schaffen und den Hörer schwerelos durch die Passagen geleiten. Stimmen der Sprecher sind mit Jonathan-Toby Burdon, Arta Preuss und Lars Rudolph kongenial besetzt. Kurz, der Produktion von DeutschlandRadio Berlin gebührt Aufmerksamkeit."
(Thomas Kumlehn, Junge Welt, 17.10.1998)

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