
Auf der anderen Seite
des Spiegels
Eine Annäherung an die Sinfonie
Nr. 6
des armenischen Komponisten Awet
Terterjan
von
Kai Grehn & Cordelia Schwerwitz
Musik:
Sinfonie Nr. 6, eingespielt vom Niederländischen Kammerorchester unter
der Leitung von Peter Eötvös
Sprecher:
Gregory Kofmann & Kai Grehn
Ton: ZAP
Länge:
59 min
Mischung im
LoFi-Studio Potsdam
Eine Autorenproduktion im Auftrag
des SFB 2001
Awet
Terterjan Homepage
Terterjans Sinfonien scheinen philosophischen
Gedichten zu gleichen, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft umarmen
und den Zuhörer zum In-sich-gehen, zur Selbstbetrachtung und Selbsterkenntnis
auffordern. Initiationen, die über die Grenzen der Konzentration hinausgehen
und den Hörer in einen Zustand der Meditation versetzen.
Woher kommt dieser Hang zu mystischer Tiefgründigkeit, einer Strenge
und Rigorosität? Woher kommt dieser Hang zum Archaischen, der so bezeichnend
ist für die neue armenische Musik und der im Gegensatz zu allen anderen
nationalen Komponistenschulen in der ehemaligen UdSSR steht? Dies ist eine
der zentralen Fragen, auf die die Sendung im Zwiegespräch mit Awet
Terterjan und seiner Sinfonie Nr. 6 eine Antwort zu finden versucht.
TERTERJAN:
„Was Musik eigentlich ist, woher sie kommt, das weiß kein Mensch.
Sie wissen, daß sie kein Urbild in der realen Welt besitzt. Das ist
ein Geheimnis. Mich düngt, Musik ist eine unbekannte Erfahrung. Kein
Philosoph der Welt hat je eine Definition dafür gefunden. Nur Annäherungsversuche...“